Die Geschichte ist NICHT zu Ende – Leistung muss sich wieder lohnen.
Ohne eine positive Interpretation und Handhabung von Leistung (im Interesse von Gesellschaft) ist jede Gesellschaft zum Niedergang verurteilt.
Auch wenn Auswüchsen bei der Beförderung von Leistung vorgebeugt werden muss: Denn alles, was Leistungsträger existentiell überfordert, führt Leistung letztlich in ihre Selbstvernichtung und Diskreditierung.
Es gibt solche Beispiele heute vor allem in einigen asiatischen Bildungsszenen.
Ernsthafte Beschädigung des Leistungsgedankens droht aber auch dadurch:
Gesellschaftliche "Leistungsträgerschaft" wird in manipulativer Absicht mit Besitz (selbst vollständig leistungsfrei akkumulierten) Geldvermögens nahezu gleichgesetzt.
Zur Girlandierung dieser frechen Botschaft werden "Leistungsträger" über den "Investor" hinaus medial fast nur noch im "Promi"-Unwesen, in Unterhaltungs- und "Modeprofisport"industrie gesucht und gefunden.
Die "Konsumenten" bzw. die Wähler werden in die Trance von Kaninchen gedümpelt mit der Botschaft:
Jeder könne ja, wenn er nur wolle, aber es könne nun eben mal nicht jeder wollen sollen.
Das dümmliche i-Tüpfelchen liefert dann ein ausgewiesener Spitzen-Nicht-Leistungsträger namens Merz mit der sinngemäßen Botschaft, die ... träge woke Masse ... möge einfach noch länger tun, was sie tut.
Einfach länger arbeiten.
In fatalistischer Leistungsabgewandtheit wurde das nur noch von einer gewissen Franziska Brantner getoppt, die als parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium am 18. Oktober 2023 im Bundestag zur Kenntnis gab, dass auch Analphabeten, im Bundestag sitzen dürfen, weil für das Mandat kein Bildungsabschluss erforderlich ist.
Mehr Leistung bedeutet in seiner Essenz aber kein stumpfes "Mehr" oder "Länger", sondern Verbesserung der Bedingungen für Fähigkeitserwerb und bessere Fähigkeit. - Um dann pro Zeiteinheit mehr Leistung erbringen zu können. Dann gegebenenfalls mehr Zeit für Anderes in Anspruch zu nehmen, ist kein Makel.
Hinzu kommt: Es geht dabei fast nie um einfaches "MEHR".
Es geht um ein "BESSER".
Und "BESSER" ist fast immer zu verstehen als BESSER für die Gesamtgesellschaft. Und zwar für eine Gesamtgesellschaft, die sich sehr bewusst in konstruktiver Evolution begreift. In der das "Bessere" auskristallisiert. - Und nicht etwa eine "Ästhetisierung" oder "Selbstverständlichung" der Postapokalypse als eines der Gleitmittel zum Schlittern in die Apokalypse. Denn nach letzterer ist nichts mehr. Gar nichts mehr.
Zum Thema Leistung und Bildung ist noch viel zu sagen und zu untersetzen.
Das aber wäre zum Beispiel einer Stiftung anzuvertrauen, die daraus innovative - auf eine konstruktive gesellschaftliche Evolution und Aufklärung ausgerichtete Bildungsangebote ableitet.
Der kommende Landesparteitag des BSW Brandenburg soll sich mit der Etablierung einer Stiftung des BSW befassen.
Bitte beteiligt Euch mit Euren Gedanken und Anregungen dazu.
Die Geschichte ist NICHT zu Ende – Francis Fukuyama (1989/1992: „What we may be witnessing is not just the end of the Cold War, but the end of history as such.“ US Politikwissenschaftler, in seinem Essay „The End of History?“ (1989) und später in seinem Buch „The End of History and the Last Man“ (1992)
Dr. Franz Rudolf